Der emanzipierte Hashi
Ich persönlich – und da bin ich leider bei Weitem nicht allein – habe die Erfahrung gemacht, dass viele Ärzte wenig über die HT wissen und wenige Ärzte viel.
Neben dem theoretischen Wissen, das sich viele Mediziner auf die Kappe schreiben, ist jedoch das ordentliche (be)handeln ein weiterer isoliert zu betrachtender Faktor, denn reine Theorien helfen niemandem, diese medizinisch korrekt und patientengerecht in die Praxis umzusetzen, ist ein ganz anderes Kaliber, das auch viele der Theoretiker unter den Docs nicht wagen/beherzigen/für notwendig erachten.
Der Weg zur Mündigkeit
Manch einer wird sich, jedoch vermutlich nur anfangs, sagen “Warum sollte ich mich da groß drüber informieren? Bin ICH Arzt? Das sollen mal schön DIE machen”.
Der weitaus größere Anteil an Menschen in solch einer Situation – es geht einem dreckig, kein Arzt findet wirklich etwas.
Wenn doch, dann ists oft die “ja wohl grundlegend falsche Ernähung” und / oder “die jawohl absolut unzureichende sportliche Aktivität”, die einem neben den ja vielleicht grob betrachtet noch plausiblerweise darauf zu schiebenden Beschwerden wie Übergewicht oder auch Muskelschmerzen/-schwäche auch noch etliche andere definitiv NICHT daraus resultierende “Zipperlein” beschert.
Weitere gern getätigte Pseudo-Diagnosen bezüglich der Ursache der Beschwerden sind Infekte welcher Art auch immer, die es mit Antibiotika diverser Kaliber zu bekämpfen gilt oder auch Allergien – die sind ja – ob nun nachgewiesen bzw. trotz nicht möglichem Nachweis vorhanden – gern mal die Generalschuldigen, wenn der Mediziner mit seinem Latein am Ende ist.
Ich habe trauriger- oder sollte man besser sagen peinlicherweise in nur 2 von 6 allgemeinmedizinischen Praxen erlebt, dass Ärzte sich ihre Grenzen eingestehen und freiwillig und sinnig zu Fachärzten überweisen!
Bei einem weiteren habe ich gedrängelt, bis er mich zu einer nuklearmedizinischen Praxis überwiesen hat.
Das nenne ich Größenwahnsinn oder auch Klammern an falscher Stelle – denn kein Allgemeinmediziner ohne weitere Qualifikationen kannalle Fachbereiche abdecken, dennoch verhindern solcherlei Alleingänge eine schnelle und einfachere Diagnose – die dem Patienten nicht nur einiges ersparen sondern auch einige Verschlimmerungen verhindern könnte.
Peinlich jedoch auch für diese 3:
Die nuklearmedizinische Praxis ist in diesem Fall reiner Dienstleister – Blutwerte, TRH-Test, Ultraschall.
Statt sich dessen zu besinnen, befolgten diese 3 Ärzte jedoch blindstupide wie die Lemminge die Empfehlungen, die der Nuklearmediziner bezüglich der Behandlung gab – und die waren ebenso schwachsinnig wie die Befundaufnahme meiner Symptome – darunter war angeblich Gereiztheit, jedoch war das nie eines meiner Probleme und ich nannte es dementsprechend bei der Befundaufnahme auch nicht. Tja, dem werten Nuklearmediziner passte es wohl nicht, dass ich einige – völlig normale – Fragen stellte, denn daraufhin benahm er sich, als hätte ich ihm gesagt, was er tun solle.
Die andere Variante ist der Typ Mediziner, der einen für alles bis auf Husten & Brechreiz an Fachärzte weiterreicht – leider auch nicht grad selten.
Es geht auch anders
Die Praxis #7, bei der ich jetzt seit fast 2 Jahren zufrieeedenste Patientin bin, hat diesbezüglich sogesehen ihre “innere Mitte” gefunden.
Diese Praxis besteht aus einer Allgemeinmedizinerin und einem Arzt, der Hausarzt, Internist & Naturheilkundler ist.
Mal davon ab, dass ich dort nach über 1 Jahr Gerangel um jede Dosiserhöhung der Hormone bei anderen Ärzten innerhalb einiger Monate gut eingestellt worden bin, sind diese beiden Ärzte sich sowohl ihrer eigenen Fähigkeiten als auch ihrer eigenen Grenzen bewusst.
Das Ziel: Lebensqualität wiedererlangen.
Je nachdem, wie heftig die Hashimoto sich auf den Patienten auswirkt, leidet darunter die eigene Lebensqualität kaum bis sehr arg.
Dies bezieht sich nicht nur auf einen selbst, sondern auch auf sein Umfeld – d.h. Familie, Freunde, Arbeitskollegen.
Selbst wenn dieses Umfeld einem von Anfang an im vollen Umfang und ohne wenn & aber beseite steht – man kann in ein tiefes Loch fallen, wenn trotz all dieser Unterstützung die unbedingt notwendige adäquate Behandlung ausbleibt.
Ein Rat für den Unzufriedenen
Du hast auch so einen Arzt, bei dem du dich nicht wohl, unverstanden, mit deinen Beschwerden ignoriert fühlst? Dir geht es seit einiger Zeit/längerem/Ewigkeiten/… bescheiden, er als Fachmensch findet aber entweder nichts oder trifft nichts als offensichtliche Falschdiagnosen, die nichts oder nur einen geringen Teil deiner Beschwerden erklären, ohne dass die von ihm eingeleitete Behandlung auch nur in irgendeiner Form anschlägt?
Dann werde selbst aktiv, denn es geht um deine Gesundheit und nicht die deines Arztes!
Suche dir einen anderen Arzt – auch wenn der Weg eventuell länger werden kann – aber eben nicht muss.
Aber – so ätzend neunmalklug es auch klingen mag:
Ans Ziel gelangst du eben nur, wenn du den Weg auf dich nimmst, statt am Anfang des Weges darauf zu warten, dass dich jemand hinträgt.
Eine einzige richtige Richtung im Medizinerdjungle gibt es in unserem Fall nicht – es kann mal ein guter Endokrinologe sein, mal ein Nuklearmediziner, mal ein Internist, mal ein Hausarzt, mal ein Gynäkologe…
Bei mir haben neben 6 Allgemeinmedizinern auch eine handvoll Internisten und 2,3 Nuklearmediziner versagt.
Fragen?
Wenn ihr Fragen zu meinen Erfahrungen mit der Erkrankung und / oder mit den Medizinern habt, könnt ihr sie mir gern stellen.
Eine ärztliche Beratung und / oder Behandlung ersetzen diese meine subjektiven Erfahrungswerte jedoch auf gar keinen Fall – auch wenn ich mittlerweile zwangsweise zu mancherlei Belang dieses Themas mehr weiß als der ein oder andere Mediziner.
ICH jedenfalls weiß mein Wissen ebenso wie meine Grenzen einzuschätzen + werde garantiert keinerlei nicht tragbaren Informationen verbreiten!
