Gestern peng, heute bumm…
Die Amis wollen also most wanted Osama bin Laden endlich erwischt haben, ok, wennse meinen.
Kurz vorab: Ich bin garantiert KEINE Anhängerin von Terrorismus, aber ich finde die Berichterstattung von denen auf der anderen Seite des großen Teichs mitunter recht gewöhnungsbedürftig, merkwürzig, besonders seit “nine-eleven”. Mal davon ab, dass ich die deutsche Berichterstattung auch im Schnitt echt absolut vertrauenswürdig ansehe, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema …
Die Kategorie “Konsum-Enten” ists geworden, weil wir eben lediglich Konsumenten der Berichterstattung sind, eine eigene objektive Meinungsbildung schlicht nicht drin ist.
Aber die Nachricht heut Morgen im Radio, dass die Amerikaner nun ihre Berichterstattung von
“Osama war bewaffnet, wir haben uns verteidigt, dabei kam er um, Punkt.”
zu
“Guuuut, er war gar nicht bewaffnet … aaaaber er hatte nen Sprengstoffgürtel um, schätzen wir … achja und außerdem wars ja bei der Ausführung der Operation auch dunkel … und Widerstand hat er auch geleistet!”
geändert haben – wohlgemerkt von offizieller Seite, von Obamas Sprecher höchst selbst, da musste ich mich nur noch kringeln.
Was denn nu? Entweder hattens Nachtsichtgeräte o.ä. und haben seinen Sprengstoffgürtel sehen können, dann kann man diesen als Pro-Argument betrachten, die Dunkelheit jedoch wäre kein wirklicher Faktor gewesen oder aber sie hatten keine Nachtsichtgeräte (wovon ich mal NICHT ausgehe), mussten im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln tappen und konnten ergo den Sprengstoffgürtel nicht erahnen, somit wäre Osama in deren Augen nur potentiell, nicht jedoch hundertpro bewaffnet gewesen – ergo Pro-Argument Dunkelheit, Kontra-Argument Bewaffnung.
Widerstand – ein weiteres K.O.-Kriterium – was wehrt der sich auch, wenn er von jemandem, der ihn auf dem Kieker hat, hochgenommen werden soll?
Wie man es dreht und wendet – wenn so eine offizielle “Kurskorrektur” der Aussage eines hohen Regierungssprechers schon so banane-strauchelig klingt, wie mag dann wohl erst die Wahrheit aussehen?
Die wird das geneigte Fußvolk wohl nie erfahren. O_o
Wie auch immer: Sind die Amis denn besser als ein Herr bin Laden, wenn sie ihn mal fix kaltmachen und eine Quick n dirty-Seebestattung stattfindet, die jegliche Zweifel ausradieren soll, bei dem geneigten denkenden Zuhörer/Zuschauer jedoch eher für Kopfschütteln sorgen müsste?
Bin Laden ist meiner Ansicht nach zu einem Symbol für den Terrorismus geworden, was es daran zu zelebrieren gibt, das ein Einzelner – so symbolträchtig er denn auch sein mag – abgemurkst wurde, ist mir dennoch schleierhaft.
Statt, wenns denn wirklich so sein sollte, dass bin Laden nun dank der achso aufrichtigen Amerikaner Geschichte ist (und es nicht schon längst war bzw. vielleicht auch noch garnicht ist…?) zu bedenken, dass es DANN bestimmt in dessen Folge nett formuliert Retourkutschen für diesen “Hauptfigur”-Mord geben, wird das Hopsnehmen der Feindfigur in großem Stile gefeiert.
Und, werte Amerikaner, werte Hinterbliebene des “nine-eleven” – was habt ihr nun persönlich davon, dass ein Mensch “seine gerechte Strafe erhalten” hat? Es macht das Leben in eurem Land weder sicherer noch bringt es euch eure Mitmenschen wieder zurück!
Da fällt mir zuguterletzt nur ein Spruch ein: Fighting for peace is like fucking for virginity …
