Gesundheits-Foren im Allgemeinen & im Speziellen
Sehr hilfreich war für mich ein Forum rund um Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow (ebenfalls eine Autoimmunerkrankung, bitte keine Fragen zu weiteren Details
) – wer neugierig ist, schaue im Forum von ht-mb vorbei.
Doch, Vorsicht…!
Es ist sicherlich praktisch, sich dort einlesen zu können + als Neuling (oder auch später) Fragen stellen zu können, aber bei solchen Foren ist, ähnlich wie bei Selbsthilfegruppen (ist mir häufiger zu Ohren gekommen, also keine bloße Mutmaßung!) Vorsicht geboten, denn die Gefahr ist durch die Anballung an Mitleidenden groß, sein Leben gänzlich von der Krankheit bestimmen zu lassen + sich komplett hängen zu lassen.
Ich habe immo zwar auch 1,5 Beiträge / Tag, diese kommen aber zum Großteil durch einen themenfremden Thread über Xylit sowie durch das Pushen des Threads zur Aktion “Farbe bekennen”, mit dem die Betreiber des Schilddrüsenguides gemeinsam mit Erkrankten darauf aufmerksam machen wollen, dass die Hashimoto Thyreoiditis weder eine seltene noch eine schnell und simpel behandelte Erkrankung ist, wie es oft die Lehrbuchmeinung ist.
Ansonsten stelle ich dort dann und wann mal für mich relevante Fragen (bin ja seit über 2 Jahren dabei und dementsprechend mittlerweile gut im Thema drin gezwungenermaßen), informiere mich über Aktuelles und gebe Informationen an Fragende weiter, so wie die damals schon alten Hasen es “einst” für mich getan haben.
Aktiv herangehen statt web-frusten!
Ich würde jedoch auch in noch so frustigen Phasen nie dazu greifen, ein Forum zum reinen ausheulen zu nutzen, denn wenn es mir mies geht, hilft mir auch anonymes Mitleid nichts, ich muss stattdessen schauen, ob und wie ich das Ganze in den Griff bekomme!
Es ballen sich viele Leute mit einem gleichen oder ähnlichen Problem in einem Grüppchen + es endet mitunter schlicht in gegenseitigem Erfüllen des Bedarfs an ‘ner Dose Mitleid.
Nein, ich verschublade nicht einfach pauschal, ich sehe es immer mal wieder. Und da halte ich mich raus.
Harte Worte?
Das mag auf den einen oder anderen so wirken, aber ich betrachte das Ganze sehr differenziert:
Problemlösung gemeinsam finden, falls möglich? Gern!
Mal hängen & dies mal kundtun, ohne total darin unterzugehen? Kein Problem!
Kollektive Problembejümmelung? Nein!
Niemand hat etwas davon – weder der Betroffene noch der “Mitleidende”.
Ein “ich kann dich verstehen” + wenn in Sicht ein potentieller Lösungansatz oder auch aufmunternde Worte für einen sich die Haare vor Verzweifelung raufenden Neuling, hey, keiiiin Problem – ich war selbst mal ein frustrierter verzweifelter Neuling, der mit dem Latein am Ende war – aber eben nicht mehr.
Wer sich nur informieren will, muss hart gesagt die Schotten dicht machen ob solcher massiven Kollektiv-Hänger und die Infos rausfiltern.
Differenziert-objektiv…
…ja ich weiß, Objektivität gibt es hier eigentlich gar nicht, denn jemand, der betroffen ist, ist per se subjektiv & jemand, der absolut nicht betroffen ist, ebenfalls, weil er sich schlicht kein Bild dazu machen kann.
Ich behaupte ja auch überhaupt nicht, dass NUR gegenseitiges Mitleid ausgeschüttet wird, wäre ein Forum überwiegend in der Art, wäre ich dort fixestens de-registriert…!
ich finde es nur schlimm, dass Leute sich nicht drauf konzentrieren, sich, wenn Ärzte Schei*e bauen, selbst drum zu kümmern, dass ein Arzt gefunden wird, der behandelt oder das zumindest ins bis ins Eeeelende zu ziehen – quasi sich jeden Tag derb besch… fühlen & dies auch allgemein kundtun, aber den Hintern wochen- oder monatelang nicht hochkriegen, endlich nen ordentlichen Arzt = den Beginn der Problemlösung zu finden.
Ich bagatellisiere Schilddrüsenerkrankungen auf gar keinen Fall, ich habe ja schließlich selbst schon den Facetten-Reichtum von Über- und Unterfunktion kennen lernen “dürfen”, aber ich finde, dass man zwar berechtigterweise MAL Hänger haben darf, aber sich gänzlich hängen zu lassen hilft nie weiter, sondern verschlimmert das Ganze nur. Es wirkt sich aufs eigene Wohlbefinden aus, aufs soziale Umfeld, auf den Job, der einem mit all den Tücken der Erkrankung mitunter schwer bis teils nicht machbar fällt…
…und kann somit durchaus in einer nicht endenden Spirale enden, aus der man, desto tiefer man drin ist, umso bescheidener wieder rauskommt.
Und was dann bis zum “plötzlichen” Besinnen, dass es so nicht weitergehen kann, alles auf der Strecke geblieben ist unter Umständen, das kann sich jeder selbst vorstellen…!
