Ohje, ohje – ein Ersatz-TFT!
Wie ich ja vor einigen Tagen schon berichtet habe, hat der Reklamations-Krieg um meinen Samsung-TFT endlich ein Ende gefunden.
“Gut Ding will Weile” – nur hatt’ ich leider Eile…
Da es auf meine praktische Prüfung zuging und mein Chef und ich ausgeklüngelt hatten, dass ich meinen eigenen Rechner mit zur Prüfung schleppe (tägliches Arbeitsgerät, nicht erst wieder mit nem anderen Rechner zurechtfinden etc. pp.), wollte ich einen neuen Monitor natürlich VOR der Prüfung haben, denn mit dem quasi kalibrierungsresistenten Uralt-Leihgerät des Reparaturdienstes von Samsung wollte ich eine Prüfung, bei der es bestimmt auch um Farbwahl ging, garantiert nicht stemmen! ^_^
Also recherchierte ich vor rund 3 Wochen ausführlich zum Thema “Kostengünstiges TN-Panel, das auch Ansprüchen von Bildbearbeitern genügt” und hatte letztenendes 2 potentielle Kandidaten vor der “Linse”:
Den BenQ V2400 eco (LED-TN-Panel) für rund 230,- € und den Iiyama ProLite E2407HDS-B1 für ca. 210,- €.
Dann halt n eco-Screen…
Entschieden habe ich mich dann anhand diverser Testberichte diverser Quellen (Amazon, prad und viele mehr) für ersteren – der V2400 eco wurde in den höchsten Tönen gelobt, was Lichtverteilung, Farbqualität, Kontrast etc. pp. angeht, u.a. auch von einigen Bildbearbeitern.
Am 27.2. (Samstag) bestellt, am Montag (vorletzten) hatte ich den benQschen TFT schon hier – hmpf, nur leider erstmal kein HDMI->DVI-Kabel. Denn dem TFT liegt weder ein solches Kabel bei noch ein Handbuch noch eine Treiber-CD. Das Handbuch findet sich noch recht einfach auf der benqschen Internetseite, hinter dem Treiber jagt man ewig her, da er in den Produktdetails auf der Benq-Seite nicht verknüpft wurde – aber vorliegt.
Haaallo… Wir befinden uns in 2010, nicht in 2000…!
Aber erklär das bildqualitätstechnisch mal einer BenQ.
Denn: Erst hab ich das Panel mangels HDMI- > DVI-Kabel analog angeschlossen – wie zu erwarten, das Ausgangsbild ein Graus, aber das ist ja nix Besonderes. Ergo an den Einstellungen herumgedoktert, aber das Bild wurde und wurde nicht besser.
Ich bin dann mit diversen TFT-Tests (Eizo, Nokia etc. pp.) drüber – alle Test-Teile halbwegs solide zu durchlaufen war schier unmöglich – die Farben wirkten absolut unnatürlich, die Ausleuchtung bescheidenst – ein schwarzer vollflächiger Hintergrund war oben schwarz und unten nett formuliert mittelgrau, ebenso rechts- und linksseits im unteren Drittel.
Guuuut, dann besorge ich mir halt ein HDMI->DVI-Kabel, analog wollte ich ihn sowieso nicht betreiben.
Gesagt getan.
Resultat: Was ein totales sch… Bild. Ich habe dann bestimmt noch 1 Stunde zusammen mit meinem Männe probiert, den Monitor auch nur annähernd manuell zu kalibrieren, Fehlanzeige! Nicht mal in möglichst gut kalibiriert konnte der V2400 eco mit einem unkalibrierten Samsung-TN-Panel älteren Herstellungsdatums mithalten…!
Uuuund tschüss…!
Beim Versandhändler angerufen, das Gerät ist Retoure gegangen – ob Montagsgerät oder um einiges zu hoch gelobt, keine Ahnung, ist mir auch wurscht… Die Erstattung des vollen Kaufpreises ist erfolgt, trotz dass es in deren Widerrufsregelungen geschrieben steht, dass für ein nicht mehr verschlossenes Produkt nur 70-90% o.ä. des Kaufpreises zurückgibt. Ist auch besser so, wer Schrottgerätschaften verkauft, sollte vom Kaufpreis net auch noch was einbehalten dürfen!
Ja, und nu?
Gemäß dem Spruch “Versuch macht kluch” hätte ich ja jetzt durchaus den oben genannten Iiyama bestellen können – aber ganz ehrlich?
Ich hatte KEIN weiteres Interesse daran, herumzuprobieren…!
Kurzum: es wurde – mit einem lachenden und einem weinenden Auge – wieder ein Samsung-TFT.
Ein 24″er sollte es nach wie vor werden – als Web-Gestalterin und -Umsetzerin kann man gar nicht über genug Arbeitsfläche verfügen.
Nachdem ich einige der samsungschen 24-Zöller miteinander verglichen habe, entschied ich mir für den SyncMaster P2450 H – rund 25 EUR günstiger als der miserable BenQ, und dann auch noch um Weiiiiiten besser in Sachen Farbe, Kontrast, Helligkeit, gleichmäßige Ausleuchtung etc. pp. – also eigentlich in allen Punkten.
Ja ok, jetzt habe ich hier nen schwarzen Pianolack-TFT stehen und jaaaa, er wird via Sensor, nicht über Tasten, bedient, was bedeutet, dass man hi und da mal ein paar Patscherchen sieht.
Aber letzten Endes kann ich da nur sagen: NA UND? Günstiger, bessere Bilddarstellung, sch… auf kleine Patschefinger auf dem unteren rechten Rahmenteil, die kann man wegwischen – die bescheidene Darstellung eines TFTs hingegen kann man im Falle des LED-Panels von BenQ nicht einfach mal aufpolieren, die ist und bleibt bescheidenst.
Fazit
Zwar mag bei einer eventuellen Inanspruchnahme der Herstellergarantie vielleicht einiges an Geduld und Ausdauer gefordert sein, aber ganz ehrlich? Mit BenQ musste ich bislang schlichtweg nicht kommunizieren, also weiß ich nicht, was ich mir bei denen im Falle eines Garantieanspruchs angetan hätte.
Und so habe ich hier nun ein wirklich gutes TN-Panel für rund 200 EUR (und damit aus dem absolut niedrigen Preissegment) stehen, bei denen mitunter selbst Eizo-Nutzer das Staunen bekommen in puncto Preis-Leistung.
Wir haben vor Kurzem ein Profi-Densitometer drübergejagt und es hat hi und da einiges an Farbintensität, Kontrast und Helligkeit zugenommen – aber ganz ehrlich? Das i1 (gesprochen “eye-one”, Densitometer) brauchte bei beiden meiner bisherigen Samsung-TFTs rund 1-2 Minuten, beim Belinea, den ich davor besaß, bestimmt 5-6 Minuten – zum gleichen Preis.
Wie lange das arme i1 bei dem BenQ hätte doktern müssen, um auch nur ein entfernt ähnliches Bild zu erzeugen wie das, welches der Samsung-TFT in unkalibriert darstellt, das möchte ich lieber gar net wissen…
Sodale, das wars erstmal von mir aus hier – ich hoffe, dass ich den Monitor nu wieder benutzen darf, statt nur darüber zu schreiben, wie es net laufen sollte…! ;o)
